Scheidung einreichen – Informationen zum einreichen einer Scheidung

Scheidung einreichen



Wenn Sie vor Jahren mit Ihrem damaligen Lebenspartner vor einem Standesbeamten den Bund der Ehe geschlossen haben, werden Sie wohl kaum daran gedacht haben, dass es irgendwann auch einmal vorbei sein kann mit der großen Liebe und Sie die Scheidung einreichen. Sicher gibt es in jeder Ehe Krisen, die aber auch bewältigt werden können. Erst wenn aus einer Krise eine Dauerkrise wird und Sie sich trotz professioneller Hilfe nichts mehr zu sagen haben, weil auch Ihr Vertrauen in den Partner vollkommen zerstört wurde, sollten Sie sich mit dem Gedanken beschäftigen, Ihre Ehe zu beenden und die Scheidung einreichen.


 

Scheidung einreichen – Wie gehe ich vor?

Bild über Scheidung einreichen

Die Reform des Familiengesetzes lässt es zwar seit einigen Jahren zu, dass Sie Ihre Ehe auch durch Beschluss scheiden lassen können, doch bevor Sie die Scheidung bei einem Amtsgericht einreichen können, müssen Sie dennoch einige Dinge im Vorfeld klären. Das setzt natürlich voraus, dass Sie und Ihr Ehegatte sich noch in der Lage sehen, überhaupt miteinander zu reden. Denn ein Scheidungsantrag kann nämlich erst dann gestellt werden, wenn Sie Einigung über die so genannten Folgesachen erzielt haben. So können Sie den Scheidungsantrag erst stellen, wenn Sie Ihren Hausrat geteilt, Einigung über den Zugewinn erzielt haben sowie geklärt wurde, wie es sich denn mit dem Sorge- und Umgangsrecht verhält, sollten aus Ihrer Ehe Kinder hervorgegangen sein. Hinzu kommt die Frage des Unterhaltes. Verdienen Sie und Ihr Noch-Ehegatte in annähernd gleicher Höhe, kann niemand einen Unterhaltsanspruch gegenüber seinem Ehepartner geltend machen. Dies ist nur möglich, wenn Ihr Ehepartner seinen Lebensunterhalt nicht mehr aus seinen eigenen Einnahmen bestreiten kann. Dabei ist zu unterscheiden zwischen dem Trennungsunterhalt und dem nachehelichen Unterhalt. Außerdem können Sie erst die Scheidung einreichen, wenn das so genannte Scheidung Trennungsjahr vorbei ist. Insofern ist ganz konkret das Datum festzuhalten, ab dem Sie und Ihr Ehegatte dauerhaft voneinander getrennt leben. Dieses getrennt leben muss nicht zwangsläufig in getrennten Wohnungen sein. Auch innerhalb des Hauses akzeptiert das Gesetz ein getrennt leben. Können Sie sich indes mit ihrem Ehegatten über die Regelung der Folgesachen nicht einigen, müssen Sie eine gerichtliche Regelung herbeiführen. Gerade in Bezug auf Kinder und Unterhalt ist es eher die Regel als die Ausnahme, dass Sie, bevor Sie die Scheidung einreichen, bereits einen Antrag beim Familiengericht stellen.

 

Scheidung einreichen – Scheidung Trennungsjahr

Sie können aber auch das Scheidung Trennungsjahr über ein Jahr hinaus betreiben. Denn niemand ist verpflichtet, eine Scheidung einreichen zu müssen. Die Scheidung einreichen bedeutet auch noch nicht zwangsläufig, dass Sie auch tatsächlich sofort geschieden werden. Vor allem müssen Sie sich im Klaren darüber sein, dass nur ein beim zuständigen Familiengericht zugelassener Anwalt die Scheidung einreichen kann und in der Folge auch den Antrag auf Scheidung stellen darf. Sie selber können die Scheidung nicht einreichen, wohl aber zusammen mit Ihrem Noch-Ehepartner einen gemeinsamen Anwalt aufsuchen, der dann mit Ihnen alle Folgesachen klärt und im Anschluss daran auch die Scheidung einreichen wird. Das setzt aber wirklich voraus, dass Sie sich mit Ihrem Ehepartner verstehen und in der Lage sind, vor der Ehescheidung sämtliche Angelegenheiten einvernehmlich zu regeln. Im besten Fall gehen Sie sogar zu einem Notar und lassen durch ihn eine so genannte Scheidungsfolgenvereinbarung beurkunden. Diese regelt dann notariell alle Folgesachen Ihrer Ehe einschließlich der Frage des Versorgungsausgleiches.

Denn der Versorgungsausgleich ist ein von Amts wegen durchzuführendes Verfahren. Dieses wird vom Familiengericht eingeleitet, wenn Sie die Scheidung einreichen bzw. der Scheidungsantrag dem anderen Ehepartner zugeleitet wurde. Das Gericht fordert während des Verfahrens die Rentenauskünfte der jeweiligen Rententräger an, denn beim Versorgungsausgleich werden die in Ihrer Ehe erworbenen Rentenanwartschaften gegeneinander aufgerechnet und der Ehepartner, der in der Ehe weniger Anwartschaften erworben hat, erhält die Hälfte der Differenz umgerechnet auf Entgeltpunkte auf sein Rentenkonto. Beim späteren Rentenbezug wird dieser erworbene Anteil dann zusätzlich zur eigenen erworbenen Rente ausgezahlt. Im Gegenzug erhält der andere Ehegatte naturgemäß eine geringere Rente. Diese Entscheidung wird dann bei Ausspruch der Ehescheidung durch das Gericht gefällt und von den Rententrägern vor Eintritt der Rechtskraft überprüft.





Insofern bedeutet eine Scheidung einreichen auch immer eine Geduldsprobe. Wenn Sie nämlich bereits mehr als ein Jahr getrennt leben, das Scheidung Trennungsjahr vielleicht sogar über drei Jahre hin andauert, kann Ihr Anwalt die Scheidung einreichen, ohne dass das Gericht nach den Folgesachen fragt. Dann kann die Ehescheidung relativ zeitnah erfolgen, wenngleich trotzdem der Versorgungsausgleich noch durchgeführt werden muss. In Anbetracht des langen Scheidung Trennungsjahres kann indes Ihr Anwalt die Scheidung einreichen und den Antrag auf Abtrennung des Versorgungsausgleichs stellen. In Durchschnitt dauert ein Ehescheidungsverfahren von dem Zeitpunkt an, an dem Sie die Scheidung einreichen bis zur endgültigen Rechtskraft mindestens ein halbes Jahr, wenn nicht sogar länger.

 

Getrennt lebend ohne Scheidung eine Alternative?

Da kommt die Überlegung ganz sicher nicht von ungefähr, wenn Sie sich fragen, ob ein getrennt leben ohne Scheidung nicht besser ist. Dann geht jeder seiner Wege und wenn das Auskommen des jeweiligen Partners gewährleistet ist, sind auch die Fragen nach dem Unterhalt nicht zu stellen. Der Stress, den ein mitunter langes Scheidungsverfahren mit sich bringt, können Sie sich ersparen, wenn Sie getrennt lebend ohne Scheidung Ihre Zukunft gestalten. Ganz davon abgesehen, dass Sie keine Kosten für ein Scheidungsverfahren aufbringen müssen, die ganz sicher mehrere hundert, wenn nicht gar tausend Euro betragen können.
Planen Sie allerdings eine Wiederheirat, dann stellt sich die Frage gar nicht. Hier wird Ihr neuer Partner Wert darauf legen, mit Ihnen so schnell wie möglich den Bund fürs Leben zu schließen in der Hoffnung, dass es diesmal wirklich der Bund fürs Leben für Sie ist. Um diesen Bund eingehen zu können müssen Sie natürlich für die aktuell Ehe erst die Scheidung einreichen.

 

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