Scheidung einreichen – Informationen zum einreichen einer Scheidung

Was kostet eine Scheidung?



Die Kosten einer Scheidung hängen hauptsächlich vom Nettoeinkommen, das beiden Ehegatten zum Zeitpunkt der Ehescheidung zur Verfügung steht, ab. Ein Scheidungsverfahren wird teurer, wenn viele mit der Scheidung in Verbindung stehende Angelegenheiten gerichtlich geregelt werden müssen.

Was kostet eine Scheidung und was ist die Berechnungsgrundlage für Scheidungskosten ?

Das Scheidungsverfahren ist in Deutschland rechtlich als Verbundverfahren ausgestaltet. Die Verfahrensart ist für die Frage “Was kostet eine Scheidung?” wichtig.
Das Verbundverfahren besteht aus der Ehescheidung und den wichtigsten Scheidungsfolgesachen, die im Rahmen des Verfahrens geregelt werden müssen. Dem Verbundverfahren liegt ein einheitlicher Gegenstandswert als Bemessungsfaktor für die Gerichtskosten zugrunde.

was kostet eine scheidungDer dreifache Wert des zusammengerechneten Nettomonatseinkommens beider Parteien ohne Sozialleistungen wird als Gegenstandswert der Scheidung zugrunde gelegt. Sind minderjährige Kinder vorhanden, die unterhaltsbedürftig sind, wird für jedes Kind ein Abzug in Höhe von 255,00 € vorgenommen.
Nach dem sich ergebenden Wert werden sowohl die Gerichtskosten als auch die Gebühren des Rechtsanwalts berechnet.

Zur Erhöhung der Scheidungskosten führt es, wenn viele der zu regelnden Scheidungsfolgesachen dem Gericht zur Entscheidung vorgetragen werden. Werden Anträge auf Durchführung des Versorgungsausgleiches, auf Unterhaltszahlung, Umgangs- und Sorgerechtsentscheidungen, auf Hausratsteilung und Zugewinnausgleich gestellt, erhöht sich der Gegenstandswert des Scheidungsverfahrens jeweils um den Wert der beantragten Regelung.
Im Falle des Versorgungsausgleiches liegt der Regelwert bei 1.000,00 €, bei Hausratsteilung, Unterhaltszahlungen (Jahreswert!) und Vermögensauseinandersetzung können jedoch schnell sehr hohe Werte erreicht werden.

Was kostet eine Ehescheidung an Gerichtsgebühren ?





Beim Familiengericht ist die Durchführung der Ehescheidung mit Kosten verbunden.
Bei der Einreichung des Scheidungsantrages wird gemäß des Gerichtskostengesetzes eine Gerichtskostenzahlung in Höhe von zwei Gerichtsgebühren fällig, die zunächst an dem Gegenstandswert zu berechnen sind, der sich aus den entsprechenden Angaben des Antragstellers berechnen lässt. Ohne Vorauszahlung dieser Gebühren durch den Antragsteller erfolgt keine weitere Bearbeitung des Antrags bei Gericht. Die endgültige Festsetzung des Gegenstandswertes nimmt das Gericht im Laufe des Verfahrens vor, zumeist wird der entsprechende Beschluss in der letzten mündlichen Verhandlung verkündet. Möglicherweise ergibt sich dann ein Nachzahlungsanspruch des Gerichts, wenn der Gegenstandswert anfangs zu gering eingeschätzt worden ist.

Was kostet eine Ehescheidung an Rechtsanwaltsgebühren?

Auch bei einem Rechtsanwalt ist die Ehescheidung mit Kosten verbunden.
Der vom Gericht festgesetzte Gegenstandswert der Ehescheidung ist auch der für die Berechnung der Rechtsanwaltskosten nach den Vorschriften des Rechtsanwaltsvergütungsgesetzes maßgebliche Faktor.
Der Rechtsanwalt erhält nach RVG für das Einreichen des Scheidungsantrags bei dem zuständigen Familiengericht eine 1,3 Verfahrensgebühr und für die Antragstellung im einfachen Ehescheidungsverfahren eine 1,2 Terminsgebühr.
Weitere Gebühren können hinzukommen, wenn über die Ehescheidung oder Folgesachen streitig verhandelt werden muss. Werden beispielsweise Zeugen angehört oder wird unter Mitwirkung des Gerichts ein Vergleich erarbeitet, dann erhält der beteiligte Rechtsanwalt jeweils gesondert zu berechnende Gebühren.

Ist eine Scheidung ohne Anwalt möglich und was kostet eine Scheidung dann?

Eine Scheidung ohne Anwalt ist nach deutschem Recht derzeit nicht möglich, da nur ein zugelassener Rechtsanwalt berechtigt ist, vor dem Familiengericht Anträge zu stellen.

Ausnahmsweise ist es bei einer Ehescheidung aber zulässig, dass eine Partei auf Einschaltung eines eigenen Rechtsanwalts verzichtet, wenn die andere Partei anwaltlich vertreten ist. Voraussetzung für die “Scheidung mit einem Anwalt” ist, dass sich die Parteien in allen Punkten einig sind. Ohne Rechtsanwalt darf kein Beteiligter einen Antrag stellen, er darf sich aber dem Antrag, der vom Rechtsanwalt des Gegners gestellt worden ist, anschließen.
Durch den Verzicht auf Einschaltung eines zweiten Rechtsanwalts lassen sich Scheidungskosten sparen.
Bei der Scheidung ohne Anwalt für einen der Ehegatten fallen die Anwaltsgebühren bei den Kosten einer Scheidung nur einmal an.

Was kostet eine Scheidung und welche Scheidungskosten kann man einsparen?

Scheidungskosten können eingespart werden, wenn die Ehegatten sich selbst über die wichtigsten im Zusammenhang mit der Scheidung zu regelnden Fragen einigen.
Wer sich die Frage: “Was kostet eine Scheidung mich?” stellt, sollte sich auch fragen, wie man die kostenintensiven Streitpunkte Unterhaltszahlung, Vermögensauseinandersetzung und Hausratsteilung einverständlich regeln kann, ohne dass die Scheidungskosten erhöht werden. Wenn Sie untereinander nicht zur Einigung finden, kann eine Scheidungsfolgenvereinbarung beim Rechtsanwalt erarbeitet werden. Hier werden Anwaltsgebühren fällig, die die Scheidungskosten jedoch keinesfalls so sehr erhöhen, wie das bei gerichtlicher Klärung der Fall wäre.

 

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